Zwölf Tote in Roboskî

22. August 2012 22:320 commentsViews: 2

Şirnex, Nordkurdistan- Am 21.08.2012 sind bei einem Verkehrsunfall, in der Nähe des Dorfes Roboskî( Uludere), elf Soldaten und der Fahrer ums Leben gekommen, drei weitere Soldaten sind verletzt worden. Der Minibus startete von der Polizeiwache aus, im Dorf Gülyazi, in Richtung Uludere. Innerhalb dieser Strecke stürzte das Fahrzeug in einen Straßengraben. Ein Augenzeuge aus dem Dorf Roboskî berichtete, dass der Unfall 200 m vor dem Kondolenzzelt, das dort für die Angehörigen der Opfer des Massakers vom Dezember 2011 aufgestellt wurde, passiert ist.

Weiter referiert der Augenzeuge, aus dem Dorf Roboskî, wie folgt: „ Das Fahrzeug kam von Beyaztepe. Der Unfall geschah 200 Meter entfernt vom Kondolenzzelt. Das Fahrzeug stürzte in einen Straßengraben hinunter. Es war ein Minibus, welcher Soldaten transportierte. Der Fahrer war aus dem Dorf Roboskî, er starb selbst auch. Es waren Insgesamt 20 Soldaten im Fahrzeug. Ich hab drei Tote gesehen, aber man sagt, dass das verletzte Kind auch Tod sei. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, es sollen bis zu zehn Soldaten Tod sein sagt man.“

Die Soldaten wurden von den Dorfbewohnern aus Roboskî getragen

Die Dorfbewohner beweisen Barmherzigkeit und helfen den verletzten Soldaten. Sie fuhren die Verletzten mit Ihren Fahrzeugen ins Krankenhaus. Die Dorfbewohner, welche an den Roboskî-Massaker erinnerten, sagten:„ Nicht der Staat, nur das Volk von Roboskî, welches von einem Massaker erschüttert wurde, haben die Soldaten ins Krankenhaus befördert. Das sollten sie ganz genau wissen.“

Türkische Medien berichten, dass die Soldaten zum Schutz von Ahmet Türk, den Co-Vorsitzenden der DTK(Kongress für eine Demokratische Gesellschaft ), vor Ort gewesen sein sollen. Ahmet Türk wollte im Dorf Roboskî die Angehörigen der Opfer des Roboskî Massakers besuchen und eine Rede im Kondolenzzelt abhalten. Der Co-Vorsitzende der DTK dementiert die Verantwortung und argumentierte, dass bis zum heutigen Tage keine BDP- Politiker oder Ihnen nahestehende Personen jemals von türkischen Sicherheitskräften beschützt worden seien. Der Unfall soll um 10.30 Uhr stattgefunden haben, um diese Uhrzeit hat sich der Co-Vorsitzende noch nicht einmal in Cizre aufgehalten. Trotz der Beschuldigungen sprach Ahmet Türk seinen Beileid, vor allem den jungen Soldaten, aus. Die Dorfbewohner aus Roboskî machten sich später auf den Weg zum Kondolenzzelt, wo auch Ahmet Türk schließlich seine Rede hielt.

Vorgeschichte

Am 28.12.2011 zwischen 21.30 Uhr und 23.00 Uhr wurden durch Luftangriffe der türkischen Luftwaffe, in der Nähe des Dorfes Roboskî im Kreis Uludere (Provinz Şırnak), 35 überwiegend jugendliche Zivilisten ermordet. Der Generalstabschef erklärte bezüglich der Tötung der 34 Zivilisten, dass zuvor durch unbemannte Aufklärungsdrohnen eine größere Gruppe von Menschen erkannt worden sind. Unklar sei jedoch gewesen, ob es sich um GuerillakämpferInnen der PKK oder um Schmuggler gehandelt habe. Daraufhin starteten vier F-16-Kampfjets vom Flughafen Diyarbakir und bombardierten die Gruppe. Insgesamt starben mindestens 34 ZivilistInnen. Darunter befanden sich 26 Mitglieder der Familie Encü.
Die Darstellung des Generalstabs muss allerdings stark in Zweifel gezogen werden. In der Nähe der Bombardierung befanden sich lediglich der Herkunftsort der Schmuggler und ein stark frequentierter Weg. Jedoch Berichten zufolge keine Guerillacamps der PKK oder Wege, die von der Guerilla regelmäßig genutzt werden. Zudem bewegen sich Guerillakräfte grundsätzlich nicht auf derart einsehbaren Wegen und insbesondere nicht in großen, gut sichtbaren Gruppen mit Maultieren. Da zusätzlich dem örtlichen Armeeposten die Tätigkeit der Dorfbewohner bekannt war, ist anzuzweifeln, dass es sich bei der Bombardierung um eine Verwechslung gehandelt haben kann. Der Ministerpräsident Erdogan entschuldigte sich bis dato nicht bei den Angehörigen der Opfer, im Gegenteil, er rief die Medien und alle anderen Instanzen dazu auf nicht mehr über diesen Vorfall zu sprechen.

Quelle: ANF, NÛÇE TV, DieLinke-Delegation, 22.08.2012

diekurden.de

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