Türkischer Ministerpräsident bezeichnet Gebetshaus der Aleviten als Ungeheuerlichkeit
Der Ministerpräsident der türkischen Republik Recep Tayyip Erdogan sorgte für ein Spektakel während einer Fernsehsendung. Seine Arroganz, Intoleranz und die chauvinistischen Aussagen gegenüber Menschen mit unterschiedlicher Glaubensrichtung und Herkunft ist längst bekannt. Ein bedeutsames Gebetshaus sei seiner Meinung nach eine “Ungeheuerlichkeit”. Die alevitische Religionsgemeinschaft fühlt sich stark angegriffen und fordert eine Entschuldigung.
Die pogromähnlichen Angriffe in Meletî (Malatya) sind noch immer in den Gedanken der Aleviten. Die alevitische Religionsgemeinschaft muss in der türkischen Republik seit Jahren mit Unterdrückung, Freiheitsberaubungen, Einschränkungen genauer gesagt mit einem “Terror” leben. Sie werden bedroht, beleidigt und immer wieder Opfer von Angriffen. Der türkische Staat ordnete in keinster Weise Schritte an und bewies einmal mehr, dass Aleviten in der Türkei unter dem Bedrängnis der sunnitischen Mehrheit leben. In einer Erklärung der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) nach dem Vorfall in Meletî wurde betont, dass es “die Regierung selbst ist, die das Klima und den Grundzustand dieser Angriffe auf unsere alevitischen Bürgerinnen und Bürger erzeugt”. Die Aussage Erdogans war ein blendender Beweis hierfür.
In einer Fernsehsendung bei der, der türkische Ministerpräsident eigentlich einen ganz normalen Auftritt haben sollte, sorgte er wieder einmal mit einigen seiner Aussagen für Unverständnis und Verwirrung. Die harten militärischen Einsätze, welche dutzend Tote herbeiführten sollen noch härter vorangeführt werden. Eine militärische Intervention in Syrien und damit einhergehend ein Krieg wird seitens der Türkei in Betracht gezogen. Und der BDP wurde der Terrorismus mal wieder nahe gelegt. Eigentlich ganz üblich für die Auftritte Erdogans. Doch das Fass zum überlaufen brachte er, indem er ein bedeutsames alevitisches Gebetshaus in Istanbul als eine “Ungeheuerlichkeit” bezeichnete.
Auf die Fragen über die Aleviten in der Türkei, fing Erdogan zuerst täuschend zu reden an. “Viele sehen mich wie ein Feind des Alevitentums. Ich sehe das Alevitentum als eine Religion die Imam Ali liebt. Nun, wenn die Liebe zu Hz. Ali einen Aleviten ausmacht, dann bin ich der größte Alevite unter allen”- so der Vorsitzende der Neo-Konservativen AKP. Doch seine Wortwahl änderte sich rasch und es kam dazu, dass er das traditionelle und historisch sehr wichtige Gebetshaus der Aleviten, dass „Karacaahmet Cemevi“ als ein illegales und ohne Lizenz erbautes Institut bezeichnete. Dies führte er folgend weiter: “[...] Das „Karacaahmet Gebetshaus“ (Cemevi) ist illegal. Es hat keine Lizenz. Neben der Grabstädte von Karacaahmet steht das Gebetshaus (Cemevi) als eine ´Ungeheuerlichkeit´ da.“
Als würden diese Aussagen nicht reichen, brachte Erdogan ebenfalls zum Ausdruck, dass die „Cem-Häuser“ keine Gebetshäuser darstellen würden und sobald sich die Aleviten als Moslems sehen würden, müsste es nur ein einziges Gebetshaus geben. Damit meinte er klar und deutlich die von den Sunniten besuchte Moschee, welches jedoch nicht zu den Glaubensprinzipien der Aleviten passt.
Alevitische Bürgerinnen und Bürger fühlten sich nach seinen Aussagen stark beleidigt. Seitens alevitischer Verbände und religiösen Oberhäuptern (Dedes) kam Kritik auf. Der Vorsitzende des Haci Bektas Kulturverbandes hob hervor, dass der türkische Ministerpräsident seinen Hass auf die Aleviten wieder einmal durch seine Aussagen zum Vorschein brachte. Man werde als Alevite weder die Moschee als ihr Gebetshaus sehen, noch die Cem-Häuser verleugnen. Der Vorsitzende des „Pir Sultan Abdal“ Kulturverbandes Kemal Bülbül fand ebenfalls deutliche Worte. So sagte er: “Der Ministerpräsident, der seine Politik der Verachtung und des Hasses weiter verfolgt, ist selbst die größte Ungeheuerlichkeit des Landes.” so Bülbül, der der Meinung war, dass der Staat die Aleviten zu assimilieren versuche. Alevitische Oberhäupter kritisierten Erdogan auch für seine Aussage und waren fassungslos. Das religiöse Oberhaupt des ´Karacaahmet Cem´ Hauses bekräftigte, dass die Aussagen Erdogans nicht nur eine Beleidigung für das Alevitentum gewesen sei, sondern er habe damit den kompletten Islam beleidigt.
Quelle: Die Kurden.de / DIHA 09.08.2012







16:18
Dieser arroganter Lauch soll lieber aufpassen was er sagt. Sein eigenes Haus wo er wohnt ist vielleicht illegal. Unsere Gebetshäuser sind genauso wertvoll wie die Moscheen. Ich als Alevite habe Respekt vor den Sunniten aber Erdogan ist eine Schande für die Sunniten. In einem Satz zeigt Erdogan seine zwei Gesichter. Erst labert er irgendwas , dass er eigentlich kein Feind des Alevitentums ist und danach sagt er unser Gebetshaus (Karacaahmet Cemevi) wäre illegal. Und er soll nicht so reden als würden wir Aleviten nur Imam Ali heilig finden. Unser Gott ist Allah , unser Prophet ist Muhammed und unser Imam ist Ali.
22:00
Im Kuran steht akzeptanz aller religionen und dazu gehört auch das alevitentum!
ich bin Türkischer Sunnite und bin für toleranz und für menschlichkeit und das jeder mensche respekt verdient ob er jude ist oder unglaübig.
Diese problematik besteht seit dem osmanischem Reich das aleviten verfolgt wurden und leider ist es heute noch teilweise so das es ermordungen und verhaftungen gibt.
Man sollte endlich den aleviten das gefühl geben das man sie akzeptiert und das sie genau wie jeder andere freie mensch in der Türkei leben kann ohne diskriminierungen seitens dem staat oder anderen befehlsorganen!