Türkischer Lehrer beschimpft alevitischen Kulturverein
Meletî, Nordkurdistan (Besatzer: Türkei) – In Meletî (Malatya) hat ein Grundschullehrer den Schülern im Fach Religion und Ethik eine Schulaufgabe über das Alevitentum aufgegeben. Um sich auf diese Schulaufgabe gut vorzubereiten, ging dann ein alevitischer Schüler in den Pir Sultan Abdal Kulturverein und sammelte einige Informationen. Der Lehrer jedoch zeigte eine starke Reaktion und beschimpfte den Schüler nach der Kontrolle dieser Hausaufgabe.
“Ihr sammelt dumm solche Informationen aus dem Internet und bringt sie hier hin”, so der wohl möglich islamistische Grundschullehrer Hasan Hüseyin Çeloğlu, als er die Hausaufgabe des Schülers kontrolliert hatte. Doch seine Informationen stammen nicht aus dem Internet, sondern aus dem alevitischen Pir Sultan Abdal Kulturverein. Indirekt gesehen gilt dies als eine Art Beschimpfung gegen den alevitischen Kulturverband. Nach den erhaltenen Informationen hat der Grundschullehrer, der vorher als Imam tätig war, des öfteren Handlungen gegen Aleviten durchführt.
Die Vorsitzende des Pir Sultan Abdal Kulturvereins von Meletî (Malatya), Songül Canbolat, die auch bestätigte, dass der Schüler seine Informationen aus dem Verein erhalten hatte, kritisierte dieses Verhalten des Grundschullehrers und sagte dazu Folgendes: ” Warum sich der Religionslehrer über die von uns als richtig angesehenen, zugeteilten Informationen zum Alevitentum beschwert, ist für uns schwer zu verstehen. Die Massaker gegenüber den Aleviten und das “Enel Hak” wurden nicht mal erwähnt. Die Haltung des Religionslehrers ist wieder mal ein lebendiger Beweis dafür, wie der Staat zu den Aleviten steht. Einerseits wird ein verpflichtender Religionsunterricht angeordnet, anderseits versucht man das Alevitentum in ihrer eigenen Ansicht zu interpretieren, demzufolge die Aleviten zu assimilieren. So etwas erlauben wir nicht”, so die aufgebrachte Vorsitzende.
Man fordere zudem rechtliche Schritte gegen diesen Lehrer. Rund 30% der Bevölkerung in Meletî (Malatya) sind Aleviten, die unter starker Unterdrückung leben. Oft kommt es zu Zwischenfällen zwischen Aleviten und radikal islamistischen Sunniten. Trotz der modernen Entwicklung der Stadt spiegelt die Mehrheit der Bevölkerung eine sehr islamistisch geprägte Ansicht.
Quelle: Die Kurden / ANF 20.05.2012







Comments are closed