Selahattin Demirtaş: Wenn Hewlêr oder Kerkuk Schmerzen hat, dann haben Amêd, Mehabad und Qamishlo auch Schmerzen. [+ Videos von Barzani und Demirtaş]

19. Februar 2012 20:471 commentViews: 22

Südkurdistan, Hewlêr – Zum 66. Jubiläum der kurdischen Republik Mahabad haben sich Politiker, Schriftsteller, Künstler  und Aktivisten aus allen vier Teilen Kurdistans in der Hauptstadt Südkurdistans Hewlêr [arab. Arbil] zu einer Gedenkveranstaltung zusammen gefunden. Massud Barzanî, Präsident der kurdischen Autonomieregierung in Südkurdistan, Jalal Talabanî, Staatspräsident des Iraks, Selahattin Demirtaş, Parteichef der BDP, und andere namenswerte Politiker haben Reden gehalten.

[DieVideos sind unter dem Artikel]

Massud Barzanî

Massud Barzanî ging in seiner Rede anfangs auf die Wichtigkeit und Rolle der Republik Mahabad für die kurdische Freiheitsbewegung ein.

„Es ist an der Zeit die Rechte der Kurden zu fordern und das kurdische Schicksal zu erläutern“ sagte Barzanî zur aktuellen Lage des kurdischen Volkes. „ Es ist wichtig, dass die Kurdenfrage friedlich gelöst wird. Wenn wir mit dem Frieden beginnen, wäre das ein großer Schritt. Wir müssen über den Weg des Dialogs gehen und wir müssen mit unseren Nachbarländern geduldig sein.“

Weiter äußerte er sich zu dem Umbruch in der Welt und sagte, „In der Welt findet ein Umbruch statt. Die Kurden müssen sich auf diesen Umbruch vorbereiten. Alle Kurden in allen vier Teilen Kurdistans haben das Recht auf eine Lösung.“

Massad Barzanî schließ seine Rede mit folgenden Worten ab:  „Es gibt auch andere Arbeiten. Einige Verräter wollen den Kurden Schaden zufügen. Wir wissen um sie und wissen auch, was sie tun.“

 

Jalal Talabanî

Jalal Talabanî konnte selbst nicht anwesend sein. Seine Rede wurde von Newzad Hadi vogelesen. Im Besonderen betonte Jalal Talabani die Wichtigkeit dieser Konferenz für die Freiheit Kurdistans.

 

Selahattin Demirtaş

„In allen vier Teilen Kurdistans wurden die Kurden unterdrückt. Es gibt keinen Kurden, der keinen Schmerz gefühlt hat. Es gibt keinen Kurden, der nicht von Feinden unterdrückt wurde. Die Geschichte Kurdistans, die Geschichte der Kurden ist voller Schmerz und Leid. Nicht nur in der Republik Mahabad gab es ein Massaker. Auch nach Mahabad gab es viele Massaker an das kurdische Volk. In allen vier Teilen Kurdistans. Sowohl von Seiten der Türkei, als auch von Seiten des Iraks wurde unser Volk zu hunderttausenden massakriert und ermordet.“

„Die Kurden fragen sich immer: Wieso werden wir unterdrückt? Jeder weiß, die Antwort lautet Uneinigkeit innerhalb der Kurden. Wenn wir nun wissen, dass die Uneinigkeit der Grund für die Unterdrückung ist, wieso verstärken wir dann nicht unsere Einheit? Unser Volk, aus allen vier Teilen Kurdistans,wir alle teilen unseren Schmerz. Der Norden für den Süden. Der Süden für den Norden.  Wenn Hewlêr oder Kerkuk Schmerzen hat, dann haben Amêd, Mehabad und Qamishlo auch Schmerzen. Unser Schicksal ist eins, wir müssen für die Einheit arbeiten. Das kurdische Volk ist in einer historischen Zeit. Unser Weg ist der Weg des Friedens. Unser Volk hat sich dafür entschieden.“

„In Westkurdistan bekommen wir eine große Möglichkeit. Wir müssen unser Volk in Westkurdistan unterstützen. Es ist wichtig, dass wir an einer Einheit arbeiten und eine bilden. Für die Kurden ist es an der Zeit die Einheit zu gründen. Die Nationalkonferenz darf nicht mehr hinaus gezögert werden. Ich wünsche dem kurdischen Volk viel Erfolg und ich bin hoffnungsvoll, dass diese Konferenz der Anfang der kurdischen Einheit wird. Uns stehen alle Wege offen.“

 

Gespräche zwischen Süd- und Nordkurdistan

Heute und Morgen wird sich die Delegation aus Nordkurdistan mit Massud Barzani und Jalal Talabani zu Gesprächen treffen. Die Teilnehmer sind Selahattin Demirtaş, Aysel Tûglûk, Ahmet Tûrk, Leyla Zana, Sirri Sakik und  Nazmî Gûr. Auch Vertreter der KCK (Koma civakên Kurdistanê) sind eingeladen und werden teilnehmen.

Massud Barzani:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=qQsj9ZJF3xE[/tube]

Demirtas:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=nvZklDwnMIc&feature=player_embedded[/tube]

 

Quellen: Firatnews, Rudaw, Videos

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