Siyar Abdi: “Meş” ist immer noch verschuldet
Nachdem der kurdische Film “Meş” (Lauf) in Nordkurdistan (“Südosttürkei”) und der Türkei in den Kinos war, kam er auch in die deutschen Kinos (mehr hier). Der Regisseur des Films sagte im Interview mit der Nachrichtenagntur Rudaw, dass die Kosten für den Film immer noch nicht gedeckt wurden und rief die Kurden in Deutschland dazu auf, sich den Film anzusehen.
“Meş” ist ein bekannter kurdischer Film und wurde auf vielen Filmfestivals aufgeführt.
Rudaw: Der Film Meş zeigt uns das Leben eines “Verwirrten” (Xelilo). In dieser Geschichte wird sowohl das System des türkischen Staates, sowie die kurdische Gesellschaft bewertet. Ist das eine wahre Geschichte?
Şiyar Abdî: Ich hab in der Tat nach Geschichten gesucht. Ich hab eines Tages ein Gedicht meines Freundes Selamo gelesen. Das Gedicht handelte von der Beziehung zwischen Xelilo und Cergo. Die Freundschaft eines Verwirrten und eines Kindes machte mich aufmerksam. Ich hab diese Geschichte untersucht. Xelilo lebte in den 80er, in einer Zeit in der Türkei, wo die Militärregierung herrschte. Es ist eine wahre Geschichte. Es ist interessant, dass Xelilo viele Freundschaften mit Kindern geschlossen hatte. Einerseits bekämpft er das türkische Militär, aber auch gegen die kurdische Gesellschaft. Denn die Gesellschaft akzeptiert ihn nicht, weil er verwirrt ist. Ich wollte in der Person Xelilo sowohl das System in der Türkei als auch unsere rückständige Gesellschaft bewerten. Xelilo spuckte immer vor den Türen der Militärs. Er kann sprechen, aber spricht mit niemandem. Das war er. Das wollte ich zeigen.
Rudaw: Gab es Probleme beim Dreh des Filmes?
Şiyar Abdî: Das Hauptproblem des kurdischen Film ist wirtschaftliche Situation. Das war auch unser größtes Problem. Mein Freund Selamo und ich, haben nach Möglichkeiten gesucht und haben das Problem in Nordkurdistan lösen können. Wir haben in Amed und Nisebin Geld gesammelt. Ich habe auch Geld aus Westkurdistan (“Nordsyrien”) bekommen. Der Film ist auch bis jetzt noch verschuldet. Diese Film wurde in Kurdistan gedreht, ist 100% kurdisch. Von Seiten des (türkischen) Staates gab es keine großen Probleme. Jedoch wurden wir überall verfolgt. Das hat uns psychologisch sehr angestrengt
Rudaw: Der Film wurde bei vielen internationalen Filmfestivals aufgeführt. Wie kam der Film bei den Leuten an?
Şiyar Abdî: Ja, der Film wurde anfangs in Antalya, Istanbul, Busan und bei vielen anderen Filmvestivals gespielt. Der Film hat viele Auszeichnungen bekommen. Die ausländischen Zuschauer fanden den Film sehr gut, weil sie durch den Film mehr von der kurdischen Gesellschaft und seiner Probleme erfahren konnten. Auch die kurdischen Zuschauer sagten: “Das ist unser Film”. Jetzt ist der Film in den deutschen Kinos. Ich rufe die Kurden in Deutschland dazu auf sich den Film anzusehen. Denn je mehr Leute den Film sehen, desto besser wird die Situation für die kurdischen Filme. Wir müssen solche Filme machen, um der Welt unsere Forderungen zu zeigen.
Rudaw: Ist der Film auch in den Kinos in Südkurdistan?
Şiyar Abdî: Bis jetzt wurde er nur bei den Filmfestival in Silemani gezeigt. Aber wir arbeiten daran, dass der Film auch bald in Südkurdistan (“Nordirak”) gezeigt wird.
Rudaw: Habnen Sie neue Projekte für die Zukunft?
Şiyar Abdî: Ich arbeite an einem neuen Projekt. Die Geschichte spielt in Deutschland und in allen vier Teilen Kurdistans. Es ist keine Flüchtlingsgeschichte, aber ein Ereignis, dass alles verbindet.
DieKurden.de, Rudaw






